Plusenergie

Was ist Plusenergie? (www.rolfdisch.de – copyright)

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Das Plusenergiehaus® erzielt die weltweit besten Energiewerte für Gebäude. Doch es ist weit mehr als bloß ein weiterer Effizienzstandard. Plusenergie bietet ein architektonisches und ökologisches, ein soziales und wirtschaftliches Konzept mit vielen Facetten und Möglichkeiten.

Plusenergie macht das Haus zum Kraftwerk: Das Plusenergiehaus® produziert mehr Energie, als seine Bewohner verbrauchen. Mit dieser positiven Energiebilanz übertrifft es jeden bisherigen Standard. Denn auch das Niedrigenergiehaus verbraucht Energie, und selbst das Passivhaus emittiert noch CO2 in die Atmosphäre.
Plusenergie heißt: 100 Prozent regenerative Energieversorgung und emissionsfreier Betrieb. Zusätzlich wird ein Plus an sauberem Solarstrom an das öffentliche Netz abgegeben. Das ist ein entscheidender Durchbruch im Kampf gegen den Klimawandel.

Natürliche Baustoffe kommen zum Einsatz, mit bestem energetisch-ökologischen „Footprint“. Keine Wohngifte, gute Luft, helle Räume voller Tageslicht, warme Wandoberflächen: Das Plusenergiehaus® ist ein Wohlfühlhaus.

Das Plusenergie-Konzept umfasst die städtebauliche Dimension, entfaltet sein volles Potential bei größeren Hausgruppen und im Siedlungsbau. Es bietet Lösungen für Energie, für den Verkehr, das Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement. Und es gibt auch Antworten auf vielfältige soziale und demographische Fragen im Städtebau. Solararchitektur ist die Sozialarchitektur der Zukunft.

Plusenergie ist keineswegs bloße Zukunftsvision. Das Konzept wurde vielfach umgesetzt. Das Plusenergiehaus® ist da, es existiert seit über 15 Jahren. Man kann es in Freiburg und andernorts besichtigen. Längst ist das Plusenergiehaus so weit entwickelt, dass es zu marktfähigen Preisen überall gebaut werden kann: vom Einzelhaus bis zur kompletten Siedlung, im Wohnungs- und Gewerbebau, als Hotel, Schule, Ausstellungsgebäude, Seniorenheim, für jeden denkbaren Zweck.

Schon heute ist das Plusenergiehaus® nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch vernünftig. Die Energiepreise werden weiter steigen, doch anstelle von Nebenkosten erzielt das Plusenergiehaus® Nebeneinnahmen. Die Zusatzinvestition wird finanziert durch Einsparungen und Einspeisung von Energie.

Der Quantensprung in der Architektur ist vollbracht. Es geht für den Bereich des Neubaus nicht mehr um ein graduelles Eindämmen des Problems, sondern die Lösung steht zur Verfügung.

Warum brauchen wir Plusenergie?

Klimaschutz ist Menschheitsaufgabe. Ressourcenschutz ist nicht nur eine Frage des Überlebens unserer Wirtschaft, sondern der globalen Gerechtigkeit und der Chancen kommender Generationen. Am Ende, so sagt nicht nur Nobelpreisträger Al Gore in aller Eindringlichkeit, geht es hierbei um das Überleben und die Zukunftschancen der gesamten menschlichen Zivilisation.

Der Schlüssel zum Klimaschutz ist die Energie. Denn das Verbrennen der fossilen Ressourcen ist Auslöser des Klimawandels. Etwa die Hälfte des Energieverbrauchs entfallen auf das Bauen und Wohnen. Doch der Durchbruch zu einem wirklich klimaneutralen Bauen und Wohnen liegt im Plusenergiehaus®.

Gebäude können nicht weiterhin nach Belieben fossile Ressourcen verfeuern. Schon deswegen nicht, weil bald keine solchen Quellen mehr da sein werden. Vorher bereits werden sich Gas, Öl und Kohle immens verteuern. Doch brauchen Neubauten heute keinerlei fossile Ressourcen mehr. Im Gegenteil, sie können noch zusätzliche Sonnenenergie generieren. Man muss sie nur bauen.

Und man wird sie unweigerlich bauen, denn kein anderer als der höchste Standard für Energieeffizienz wird sich durchsetzen; jeder Bauherr braucht Plusenergie. Er kann sich jetzt für die beste Lösung entscheiden, schon jetzt von einem Plusenergiehaus®, von seinen solaren Einnahmen profitieren. Damit schafft er den persönlichen Ausstieg aus der Energiepreisspirale jetzt und auf Dauer, während selbst bei Niedrigenergiehäusern alsbald teure Nachrüstungen anfallen werden.

Das macht nicht nur den Einzelnen unabhängig, sondern Städte und Regionen, ganze Volkswirtschaften müssen energie-autonom werden, und das nicht zuletzt aus politischen Gründen, so Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises: Kein Geld fließt dann mehr ab an Ölförderstaaten, sondern fördert die Wirtschaft vor Ort. Kapital wird umgeleitet aus umweltzerstörerischen Segmenten in eine nachhaltige, neue, friedvolle Ökonomie.

Wie funktioniert Plusenergie?

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Systemschnitt Plusenergiehaus®

Große Fortschritte beruhen meist auf einfachen Ideen, so einfach, dass sie anfangs fast unglaublich scheinen: Spare Energie und erzeuge einen Überschuss an Strom, setze auf die Kraft der Sonne und nutze zu 100 Prozent Regenerative Energien!

Um im Jahresmittel eine positive Energiebilanz zu erreichen, zieht das Plusenergiehaus® den bestmöglichen Nutzen aus der einzigen Form von Energie, die an jedem Tag und an jedem Ort frei und reichlich zur Verfügung steht – der Sonnenenergie. Passive Nutzung wird kombiniert mit aktiven Systemen, Strom und Wärme werden vom Haus selbst erzeugt, intelligent genutzt und im Gebäude festgehalten.

Das lässt sich an einem typischen Plusenergie-Wohnhaus demonstrieren: Das Dach besteht aus einer möglichst großflächigen Photovoltaik-Anlage, solarthermische Kollektoren erwärmen das Brauchwasser. Die altbewährte Nutzung des Dachüberstandes schirmt die hohe Sommersonne ab, während die Strahlen der Wintersonne tief in die Innenräume eindringen.

Hochgradig lichtdurchlässig, hält die infrarotreflektierende Dreifach-Isolierverglasung der Südfassade zugleich die Wärme im Haus. Die gesamte Gebäudehülle ist wärmebrückenfrei gedämmt und dicht abgeschlossen. Und das Lüftungssystem ermöglicht eine permanente Frischluftzufuhr, beinahe ohne Wärmeverlust.

Die Aktivierung der Gebäudemasse als thermischer Speicher kann verstärkt werden durch den Einsatz von Phase Changing Material in den Innenwänden, und im Gewerbebau kann zudem Vakuum-Isolierung der Fassaden zum Einsatz kommen. Sollte ein zusätzlicher Wärmeeintrag nötig sein, so gibt es viele Möglichkeiten – mit Regenerativen Energien.

Wo avancierte, raffinierte Lösungen sinnvoll sind, z.B. bei den technischen „Top Runners“ unter den Heizsystemen, da wird man sie einsetzen. Ansonsten gilt: Halte den technischen Aufwand gering! Den Vorzug geben wir den einfachen, robusten, wartungsarmen und benutzerfreundlichen Lösungen – denn diese sind auch wirtschaftlich erfolgreich.

Plusenergie funktioniert – wissenschaftlich bewiesen!

Die Solarsiedlungshäuser erzeugen tatsächlich ein Plus – und zwar im Durchschnitt pro Quadratmeter und Jahr stolze 36 kWh. Dabei sind alle Energieverbräuche eingerechnet: Heizung und Warmwasser, Haushalts- und Anlagenstrom, nicht nur, wie sonst üblich, die Heizenergie.

Zum Vergleich: Der Gebäudebestand in Deutschland liegt im Schnitt bei 435 kWh, der gesetzlich vorgeschriebene Standard (EnEV 2009) bei 260 kWh, selbst das Passivhaus darf bis zu 120 kWh verbrauchen. Wohlgemerkt: Hier geht es um Verbrauch. Das Plusenergiehaus deckt seinen Verbrauch und erzeugt die 36 kWh noch obenauf.

Wie kann das funktionieren? Prof. Dr. Karsten Voss und Dipl. Ing. Mira Heinze erklären dies in ihrer Studie: Sie gehen dabei von dem Durchschnitt aller Häuser der Solarsiedlung aus: Drei Bewohner nutzen 137 m2 Wohnfläche. Stellt man sich nun genau das gleiche Haus vor, wenn es bloß nach dem derzeitigen Mindeststandard der Energieeinsparverordnung (EnEV) gebaut wäre, würde es 185 kWh pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen.

Man kann jedoch noch so gut gedämmte Häuser bauen – es spielt immer auch eine Rolle, wie sich die Bewohner verhalten, welche Elektrogeräte sie betreiben usw. Deswegen wird ein energiesparender Haushalt veranschlagt, wie in der Solarsiedlung ermittelt, damit bleiben bloß noch 165 kWh/m2. Nun ist das Gebäude aber im Passivhaus-Dämmstandard errichtet. Damit kommt man auf einen Verbrauch von nur noch 98 kWh/m2.

Auch kommt es darauf an, woher die verbrauchte Energie stammt. So ist es z.B. effizienter, wenn man z.B. im hauseigenen Mini-BHKW Holzpellets aus der Region einsetzt, als wenn man in einen Uralt-Kessel in Arabien gewonnenes Erdöl verheizt. Hierfür gibt es Schlüsselmultiplikatoren für sogenannte „Primärenergie“. Durch das Nahwärmenetz mit anteiliger Holzverbrennung kommen wir in Freiburg auf einen Verbrauch von 79 kWh/m2 an Primärenergie.

Dem gegenüber steht ein Energiegewinn durch die Photovoltaikanlage von 115 kWh, umgerechnet auf den Quadratmeter Wohnfläche. So ergibt sich das Plus von 36 kWh.

Die Energieeinsparung der Solarsiedlung insgesamt mit 59 Plusenergie-Wohnhäusern und dem Gewerbe- und Bürogebäude Sonnenschiff liegt so bei umgerechnet 200.000 l Öl oder 500 t CO2 pro Jahr.

Mittlerweile kann das Plusenergiehaus® sogar noch mehr, denn seit der Realisierung der Solarsiedlung wurden Haus- und Siedlungskonzepte weiter entwickelt. Mit optimierten Komponenten kann ein Überschuss von bis zu 200 kWh/m2 und Jahr erzeugt werden.

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