Gründe für mangelnde Aktivität gegen die Globale Erwärmung

Eine Studie unter Beteiligung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ergab folgende Gründe für Inaktivität in Bezug auf die Globale Erwärmung:

  • Unwille, persönlichen Komfort und Lebensstil-spezifischen Konsum      aufzugeben („comfort interpretation“)
  • Verweis auf die Allgemeinheit („tragedy-of-the-commons interpretation“), z.B. dass die Handlung eines Einzelnen nicht viel bewirkt, oder dass andere auch nichts tun
  • Annahme, dass eine höhere Instanz (Regierung etc.) sich darum kümmern wird („managerial-fix interpretation“)
  • Misstrauen gegenüber der Regierung („governance-distrust interpretation“), z.B. dass man selbst nicht viel tun kann, solange die Wirtschaft so mächtig ist

Eine Zusammenfassung „psychologischer Barrieren“ liefert auch Robert Gifford, Psychologe an der University of Victoria. Er teilte die Gründe für Inaktivität in Bezug auf den Klimawandel in sieben Bereiche ein:

  • begrenzte kognitive Fähigkeiten (Schwierigkeit des „antiken“ menschlichen Gehirns, mit räumlich und zeitlich entfernten und komplexen Sachverhalten umzugehen; Unwissenheit; „ökologische Unempfindsamkeit“; Unsicherheit; Unterschätzung zukünftiger Risiken; Neigung zum Optimismus; mangelnde wahrgenommene Verhaltenskontrolle/Selbstwirksamkeit)
  • Ideologien (kapitalistische Weltsicht, Glaube an übernatürliche Kräfte, Technikglaube, Rechtfertigung des bestehenden Systems)
  • Vergleiche mit anderen (sozialer Vergleich, soziale Normen und Netzwerke, wahrgenommene Ungleichheit)
  • Abwägen der Investition (finanziell, Verhaltensänderungen, Konflikte mit Werten und Zielen, mangelnde Bindung an einen Ort)
  • Abwertung (Misstrauen, politische Ziele werden als unangemessen      wahrgenommen, Verleugnung, Reaktanz)
  • wahrgenommene Risiken (funktional, körperlich, finanziell, sozial,      psychologisch, verlorene Zeit)
  • Verhalten („Tokenism“: leichter umsetzbare Verhaltensänderungen werden zuungunsten effektiverer Maßnahmen bevorzugt; „Rebound-Effekt“, z.B. vermehrtes Autofahren mit benzinsparendem Auto)

 

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